Pressemitteilungen

Dritte Verhandlungsrunde ergebnislos beendet:

Dritte Verhandlungsrunde ergebnislos beendet:

22.06.2021

Die Tarifverhandlungen zwischen dem Handelsverband NRW und der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di NRW) sind am Dienstag (22.6.) auch in dritter Runde ergebnislos vertagt worden. Der Druck der Streikmaßnahmen zeige Wirkung. Die kleinen Schritte, in denen die Arbeitgeberseite ihr Angebot verbessert hatte, reichten aber noch nicht aus. Mit weiteren Warnstreiks sei zu rechnen.

„Das heutige Angebot reicht bei weitem nicht aus“, erklärte Verhandlungsführerin Silke Zimmer am Dienstag in Düsseldorf. „Die Streiks der letzten Wochen haben Wirkung gezeigt. Mehr als 3000 Beschäftigte aus über 100 Betrieben haben ein deutliches Zeichen gesetzt und eine Reaktion erzwungen. Das heutige Angebot reicht aber nicht aus, um den Konflikt zu beenden. Im Gegenteil, es zeigt uns erneut, dass die besondere Leistung der Beschäftigten in der Pandemie nicht gewürdigt wird. Trotz ihrer harten Arbeit und dem hohen Ansteckungsrisiko liegt das Angebot weiter deutlich unter der Preissteigerungsrate von 2,5 Prozent. So kommen die Beschäftigten im Einzelhandel nicht über die Runden.“

Das Arbeitgeberangebot spaltet weiterhin die Beschäftigten:

Beschäftigte in Unternehmen, die gut durch die Pandemie gekommen sind, sollen nach zwei Nullmonaten zum 1. Juli 2021 eine Entgelterhöhung von 2 Prozent erhalten. Es folgt eine Erhöhung von 1,4 Prozent zum 1. Mai 2022 und eine weitere um 2 Prozent zum 1. Mai 2023. Außerdem sollen die Beschäftigten eine Einmalzahlung von 300 Euro zum 1. Oktober 2021 erhalten. Beschäftigte aus Unternehmen, die von den Pandemieauswirkungen betroffen waren, erhalten die Anpassungen mit großem zeitlichem Abstand 10 Monate oder sechs Monate später, die Einmalzahlung soll komplett entfallen.

„Für uns gilt weiterhin, dass wir uns nicht spalten lassen! Alle Beschäftigten im Einzelhandel haben Außergewöhnliches geleistet. Eine Differenzierung verkennt ihre Lebenswirklichkeit. Verkäuferinnen und Verkäufer verdienen keine Spitzenentgelte. Das gilt erst recht, da sie in den letzten Monaten aufgrund der vorübergehenden Schließung der Geschäfte nur Kurzarbeitergeld erhalten haben. Sie brauchen dringender denn je tabellenwirksame Entgeltsteigerungen, da die Ersparnisse vielfach, wenn überhaupt vorhanden, aufgebraucht sind. Wir werden den Druck nun erhöhen und zeitnah zu weiteren Streikmaßnahmen aufrufen. Die klare Botschaft der Beschäftigten bleibt die Forderung nach einem fairen Tarifabschluss – der für alle gleich ist. Sie halten den Laden am Laufen und haben deshalb auch ein Angebot verdient, von dem sie leben können.“

ver.di fordert für die rund 700.000 Beschäftigten im Einzelhandel in NRW 4,5 Prozent und 45 Euro mehr Gehalt, Lohn und Ausbildungsvergütung und ein Mindestentgelt von 12,50 Euro bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Außerdem fordert die Gewerkschaft von den Arbeitgebern die gemeinsame Beantragung der Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge.

Die Verhandlungen im nordrhein-westfälischen Einzelhandel werden am 8. Juli fortgesetzt.

Kontakt: Daniela Arndt (Fachbereich Handel, NRW): 01515 7117537

Pressekontakt

Silke Zimmer Leitung Landesfachbereich Handel NRW
Karlstraße 123-127
40210 Düsseldorf
E-Mail: silke.zimmer@verdi.de
Tel. 0211 - 61824-376
Fax: 0211.61824-475