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Beschäftigte bei Amazon streiken an „Black Friday“

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Beschäftigte bei Amazon streiken an „Black Friday“

Am heutigen Donnerstag (26. November) ruft die Gewerkschaft ver.di die Beschäftigten bei Amazon an den NRW-Standorten Rheinberg und Werne, im Rahmen eines bundesweiten Streiktags dazu auf, die Arbeit niederzulegen. Die Gewerkschaft protestiert damit gegen die Weigerung des Unternehmens, die Tarifverträge des Einzelhandels zu unterzeichnen und einen Tarifvertrag zu „Guter und Gesunder Arbeit“ abzuschließen. Die Streiks werden bis einschließlich Samstag, den 28. November, fortgesetzt. Amazon hat den Umsatz in der Pandemie allein in Deutschland um 40 Prozent gesteigert. Das Vermögen vom Unternehmenseigner Jeff Bezos liegt nach Angaben des US-Magazin Forbes bei über 180 Milliarden US-Dollar. 

Für die Landesbezirksfachbereichsleiterin für den Handel bei ver.di NRW, Silke Zimmer, ist gerade das aktuelle Vorgehen des Unternehmens unter Corona-Bedingungen eine Frechheit: „Die Beschäftigten, die diese Umsätze und diesen unvorstellbaren Reichtum von Jeff Bezos erwirtschaftet haben, erhalten für die zusätzliche Arbeitsbelastung in der Black-Friday-Woche nach wie vor keine tarifliche Vergütung. Erst ab dem 09. Dezember sollen die Beschäftigten für das Weihnachtsgeschäft einen Zuschlag von 2 Euro pro Stunde erhalten und dies nur, wenn sie tatsächlich anwesend sind. Ein solches Vermögen anzuhäufen und gleichzeitig den Beschäftigten einen Tarifvertrag vorzuenthalten, ist unsozial und verstärkt die Bereitschaft der Kolleginnen und Kollegen, sich am Arbeitskampf zu beteiligen.“

Zimmer weiter: „Die geplante Anwesenheitsprämie von 2 Euro pro Stunde setzt den falschen Anreiz bei Amazon-Beschäftigten, sich trotz Krankheit zur Arbeit zu schleppen, weil die Entgelte bei Amazon immer noch unterhalb des Einzelhandels liegen. Das ist weder der Gesundheit des Betroffenen zuträglich, noch der Gesundheit der übrigen Beschäftigten, weil dadurch das Risiko einer möglichen Verbreitung des Infektionsgeschehens steigt.“