Handel NRW

Einzelhandel und Groß- und Außenhandel streiken gemeinsam

Tarifrunde 2019

Zentraler Handelsstreiktag in Düsseldorf

Über 4.000 Kolleginnen und Kollegen im Streik

Am heutigen Freitag (21. Juni) sind über 4.000 Beschäftigte aus dem Einzelhandel sowie dem Groß- und Außenhandel in den Streik getreten. In Düsseldorf gab es eine zentrale Streikveranstaltung.

Die ver.di-Verhandlungsführerin für die beiden Tarifbereiche in NRW, Silke Zimmer, erklärte: „Die bisherigen Angebote der Arbeitgeber bedeuten Reallohnverluste für die Beschäftigten. Kolleginnen und Kollegen aus vielen Betrieben haben in den letzten Wochen bereits deutlich gezeigt, dass sie sich damit nicht abspeisen lassen. Wenn heute über 4.000 Beschäftigte die Arbeit niederlegen, ist das ein beeindruckendes Signal an die Unternehmen. Wir erwarten endlich Bewegung auf der Arbeitgeberseite.“

An der Veranstaltung haben auch Beschäftigte von Galeria Kaufhof, Karstadt und real teilgenommen. Die Beschäftigten bei real und Galeria Kaufhof kämpfen für die Anerkennung der ver.di-Tarifverträge des Einzelhandels. Bei Karstadt profitieren die ver.di-Mitglieder durch einen bestehenden Zukunftstarifvertrag langfristig von den Entgelterhöhungen der Branche.

„Die Belegschaften von Galeria Kaufhof, Karstadt und real wissen am besten, wie wichtig Tarifverträge sind, um den Lebensstandard und die Lebensqualität zu halten. Bei ihnen gelten die tariflichen Regelungen nämlich nicht mehr oder nicht mehr in vollem Umfang. Deshalb ist für uns die aktive Teilnahme dieser Beschäftigten an der Tarifrunde ganz besonders wichtig. Sie sollen möglichst bald von den erreichten Ergebnissen der Tarifrunde profitieren“, so Zimmer weiter.

ver.di fordert sowohl im Einzelhandel als auch im Groß- und Außenhandel 6,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt bei einer Laufzeit von 12 Monaten sowie 100 Euro mehr für die Auszubildenden und die gemeinsame Beantragung der Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge (AVE). Zudem wird im Einzelhandel eine Mindestanhebung der Löhne und Gehälter in Höhe von 163 Euro und im Groß- und Außenhandel in Höhe von 180 Euro gefordert.

Die Arbeitgeber im Einzelhandel haben für die 487.000 sozialversicherungspflichtig und 205.000 geringfügig Beschäftigten in der dritten Verhandlungsrunde lediglich eine Entgelterhöhung von 1,7 Prozent zum 01. Mai 2019 und weiteren 1,2 Prozent zum 01. Mai 2020 angeboten. Im Groß- und Außenhandel werden den 298.777 sozialversicherungspflichtig und 45.878 geringfügig Beschäftigten bisher lediglich 1,8 Prozent zum 01. Mai 2019 und 1,2 Prozent zum 01. Mai 2020 angeboten. Die AVE wird in beiden Branchen abgelehnt.

Die nächsten Verhandlungsrunden finden am 26. Juni im Groß- und Außenhandel und am 01. Juli im Einzelhandel, jeweils in Düsseldorf, statt.