Handel NRW

Über 3.000 Kolleginnen und Kollegen im Streik

Tarifrunde 2019

Handelsstreiktag am 29. Mai in Düsseldorf

Starkes Signal an die Arbeitgeber

Auf einer zentralen Streikversammlung im Düsseldorfer Hofgarten haben am heutigen Mittwoch Beschäftigte des Handels gegen die schleppenden Tarifverhandlungen im Einzelhandel und im Groß- und Außenhandel protestiert. 

„Angesichts der Umsatzsteigerungen und Gewinne beider Branchen, sind die bisherigen Angebote beschämend und zeugen nicht von Respekt und Wertschätzung gegenüber den Beschäftigten“, erklärte ver.di-Verhandlungsführerin Silke Zimmer.

Dem Streikaufruf der ver.di folgten über 3.000 Beschäftigte aus etwa 120 Betrieben mit dem Schwerpunkt Einzelhandel. Nach der Streikversammlung fand in der Düsseldorfer Innenstadt eine Demonstration statt: „Wir wollten den Arbeitgebern deutlich machen, dass die Beschäftigten angemessene Löhne und Gehälter brauchen, weil dies der beste Schutz vor Altersarmut ist. Deshalb fordert ver.di mit Nachdruck die Umsetzung der Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge (AVE) im Handel, um Dumpinglohn-Geschäftsmodelle zum Nachteil der Beschäftigten zu verhindern“, so Zimmer weiter. 

Die Arbeitgeber im Einzelhandel hatten für die 487.000 sozialversicherungspflichtig und 205.000 geringfügig Beschäftigten in der ersten Verhandlungsrunde lediglich eine Entgelterhöhung von 1,5 Prozent zum 01. Mai 2019 und weitere 1,0 Prozent zum 01. Mai 2020 angeboten. ver.di fordert 6,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt, mindestens 163 Euro bei einer Laufzeit von 12 Monaten.

Im Groß- und Außenhandel fordert ver.di ebenfalls eine Entgelterhöhung von 6,5 Prozent, mindestens aber 180 Euro mehr Lohn und Gehalt, bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Die Arbeitgeber hatten für die 289.777 sozialversicherungspflichtig und 45.878 geringfügig Beschäftigten bisher lediglich einen Zweijahresabschluss von 1,8 Prozent im ersten Jahr und weiteren 1,2 Prozent im zweiten Jahr angeboten.

In beiden Branchen liegen die Angebote unterhalb der Preissteigerung und würden damit Reallohnverluste für die Beschäftigten bedeuten. Die sowohl im Einzel-, wie auch im Groß- und Außenhandel geforderte Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge sowie eine Mindestanhebung als soziale Komponente lehnen die Arbeitgeber in beiden Branchen bisher kategorisch ab. Ebenso eine überproportionale Erhöhung der Auszubildendenvergütungen um 100 Euro.

Die Tarifverhandlungen werden im Einzelhandel am 6. Juni und im Groß- und Außenhandel am 26. Juni in dritter Runde in Düsseldorf fortgesetzt.